Bloggen

Du möchtest mit Bloggen anfangen, weißt aber nicht wie? Hier erhältst Du einen groben Überblick, gespickt mit Tipps aus meiner Bloggen-Praxis.

Der Begriff Blog geht auf die Zusammenfügung der beiden Begriffe »Web« und »Log« zurück. Dabei bezieht sich Log auf Logbücher, die praktisch als Tagebücher auf Schiffen verfasst werden: hier werden wichtige Beobachtungen, Ereignisse, Positionen etc. eingetragen. Und genau das waren Blog anfänglich: eine einfach zu bedienende und sehr kostengünstige Möglichkeit, ein Tagebuch zu führen. Ein Tagebuch, dass allen Lesenden im Internet zugänglich gemacht wird.

Im Gegensatz zu einer Facebook-Seite, einem Instagram-Account oder einer Website wie Medium werden Blogs nicht auf allgemein zugänglichen Plattformen erstellt, sondern sind an eine individuelle Website gebunden. Für Dich bedeutet das, dass Du eine Software auf Ihrer Website installieren müssen, die fürs Bloggen geeignet ist. Die mit Abstand am weitesten verbreitete Software ist WordPress.

Viele Webhoster – das sind Anbieter wie 1&1, Strato oder Hosteurope – bei denen Sie eine Domain und den nötigen Webspace buchen können, bieten die Möglichkeit, Software wie WordPress recht einfach zu installieren. Neben den genannten großen Anbietern möchte ich auch Webhoster nennen, die bei professionellen Webdesignern ein besonders hohes Ansehen genießen: das sind etwa Raidboxes oder Webhostone.

Warum bloggen?

Es gibt vielfältige Gründe, einen Blog zu starten. Hier eine kurze Übersicht über ein paar davon.

1. Spaß :)

Wenn Du von Deinem Content überzeugt bist und Dich auch so schon gern in der Öffentlichkeit präsentierst, ist Bloggen eine nahe liegende Tätigkeit – und wird Dir daher Spaß machen. Und selbst, wenn es Dich zunächst Überwindung kostet, Inhalte im Netz zu veröffentlichen: Du wirst daran wachsen!

2. Sich mit Gleichgesinnten verbinden

Bloggen bietet eine kostengünstige Möglichkeit, Sie sich mit anderen zu verbinden, die ähnliche Interessen haben. Egal, ob Essen, Reisen, Beauty, Technik, Sport o.Ä. Dein Thema ist: Bloggen lebt von der Kommunikation mit anderen. Dafür gibt’s die Möglichkeit für Lesende Deines Blogs, Deine Beiträge zu kommentieren. Das ist übrigens nicht zwingend: Du kannst diese Option auch für einzelne Beiträge oder auch für alle Beiträge deaktivieren.

3. Bloggen ist gut fürs Ranking

Wenn Du regelmäßig neuen Content auf Deine Seite veröffentlichst, wird das von Suchmaschinen positiv bewertet: dein so genanntes Ranking steigt durch neue Inhalte. Denn Suchmaschinen nähern sich in ihrer Bewertung von Webseiten immer mehr den menschlichen Bewertungen an: und eine Webseite, die es lohnt, immer wieder besucht zu werden, weil neue Inhalte bereit gestellt werden, ist i.d.R. interessanter, als eine, deren Inhalte über Jahre gleich bleibt.

Von der Beitragsidee zur Veröffentlichung

Wenn Du ein Thema für einen Blog-Beitrag hast, geht’s darum, diesen in eine Form zu bringen. Und in Bezug auf Blogs heißt das: Schreiben. Also: ran an die Tastatur!

Text, Text, Text

Vielleicht überrascht Dich das zunächst, aber Texte sollten eher länger als kürzer sein. Warum empfehle ich Dir das? Wie weiter oben schon geschrieben: Besucher – und Suchmaschinen – registrieren, ob Du einen Absatz zu einen Thema verfasst hast, oder ob Du in Deinem Beitrag in die Tiefe gehst. Und in die Tiefe gehen, geht eben nur über die Menge. Das heißt nicht, dass Du jedes Mal lange Texte verfassen musst, aber die Länge eines Textes lässt schon Rückschlüsse auf die Qualität desselben zu.

Und um längere Texte nicht als Bleiwüsten verkommen zu lassen, bieten sich besonders drei Maßnahmen an, die Du auch in Printmedien wie Zeitungen und Zeitschriften findest

  • Absätze
  • Zwischenüberschriften
  • Listen

Die nahe liegende Maßnahme ist das Einfügen von Absätzen, damit Deine Texte vom Lesenden nicht einfach nur als ein unstrukturierte Textfluss wahrgenommen wird. Absätze gliedern dabei den gesamten Text in kleinere Sinneinheiten. Absätze mit nur einem (normal langen) Satz wirken irritierend. Daher sollten Absätze – wie dieser Absatz hier – mindestens zwei, besser drei Sätze beinhalten.

Zu Absätzen passt auch das Thema Zwischenüberschriften. Diese unterteilen den Text noch weiter und übertiteln sozusagen mehrere Absätze. Das hat für den Lesenden vor allem zwei sehr große Vorteile. Zum einen wirkt das Schriftbild lockerer, weil Zwischenüberschriften eben anders als der restliche so genannte Fließtext aussieht. Und zum anderen bieten Zwischenüberschriften Informationen über die darauf folgenden Absätze. Dadurch lässt sich ein langer Text auch überfliegen und der Lesende erhält schon beim Überfliegen des Textes einen (neben der Überschrift oder Bildern) weitere Informationen, worum es in Deinem Text geht. Darüber hinaus bieten Zwischenüberschriften Möglichkeiten, an einer für den Lesenden besonders interessanten Stelle in den Text einzusteigen.

Listen sind eine weitere Möglichkeit, um Inhalte vorweg zu nehmen, zu betonen und lange Textpassagen aufzulockern.

Noch ein Tipp zum Verfassen von Texten: Im Unterschied zur gesprochenen Sprache neigen wir beim Schreiben dazu, eher lange Sätze zu formulieren. Aber lange Sätze bergen die Gefahr, dass sie schwer verständlich sind. Um dieser Schreibfalle zu entgehen, versuche zwischendurch immer mal wieder, Deinen Text laut zu lesen. Dabei werden Dir missverständliche oder umständliche Textstellen auffallen, die einfach durch lange Sätze entstanden sind. Solche Stellen gewinnen eigentlich immer durch kürzere Sätze.

Bilder

Neben Text solltest Du nach Möglichkeit Bilder in Deinen Beiträgen einsetzen. Auch hier gilt wie beim vorigen Abschnitt zu Text: wenn es ein Thema einfach nicht hergibt, einen langen Text darüber zu schreiben, dann saug Dir nicht irgendwas aus den Fingern, nur um auf 300 Zeichen zu kommen. Und in Bezug auf Bilder: vllt. bietet sich für Dein Thema tatsächlich keine Bebilderung an. Dann ist das auch o.k.

Ansonsten lockern Bilder natürlich lange Texte auf und bei WordPress solltest Du sowieso mindestens ein so genanntes Beitragsbild deinem neuen Blogpost spendieren. Dieses Beitragsbild wird von praktisch allen Themes in der Blogübersicht dargestellt und weist auf den neuen Beitrag hin.

Links

Es gibt zwei Arten von Links:

  • interne Links: verweisen auf andere Beiträge oder Seiten Deiner Seite
  • externe Links: verweisen auf Beiträge oder Seiten anderer Webseiten

Links sind noch eine weitere Möglichkeit, Deinem Post weitere Relevanz zu geben. Und interne Links bieten Dir auch die willkommene Gelegenheit, Deine Besucher*innen weiter auf Deiner Seite zu halten ;-) Versuche also, Links in Deinen Beiträgen zu platzieren.

Für die genannten Maßnahmen gilt: nichts davon übertreiben! Schreibe mit Augenmaß und versuche zu allererst für Deine Leser*innen interessante Beiträge zu erstellen, die sich gut lesen lassen.

SEO / Suchmaschinenoptimierung

SEO steht für Search Engine Optmization, also Suchmaschinenoptimierung. Keine Sorge, dass ist keine Raketentechnik! Aber ein Hinweis vorweg. Wenn Du gerade anfängst, Dich mit SEO zu beschäftigen: einen Schalter, der durch einfaches Drücken Deinen neuen Blogpost auf Platz 1 bei Suchmaschinen katapultiert, den gibt es nicht.

Also, im Prinzip hast Du schon einiges bzgl. SEO erledigt, wenn Du die Tipps aus dem vorigen Abschnitt »Von der Beitragsidee zur Veröffentlichung« beherzigst. Daher folgen jetzt weitere Hinweise, die dafür sorgen, dass Dein Post gut gefunden wird.

Welche Suchwörter (engl. Keywords) werden Deiner Meinung in Suchmaschinen eingegeben, um auf Deinen Beitrag zu stoßen? Wenn Du beispielsweise ein Kochbuch rezensierst, könnte das vllt. sowas wie »rezension kochbuch vegan« sein. Diese Keywords gilt es jetzt für Dich, an folgenden Stellen einzubauen:

  • Beitragstitel
  • URL
  • Text
  • alt-Tag von Bildern

Im Beispiel könnten dann der Beitragstitel vllt. »Rezension des Kochbuchs ›Vegane Küche‹« sein. Und Software wie WordPress übernimmt auch die Definition der URL, wenn Du einen Beitrag veröffentlichst. Die URL lautet dann: beispiel.de/rezension-des-kochbuchs-vegane-kueche. Das ist erstmal in Ordnung, hab nur ein Auge darauf und ändere diesen Text bei Bedarf.

Die Keywords sollten auch im Text und den Zwischenüberschriften vorkommen. Dennoch: schreibe für Deine Blogleser*innen und nicht für Suchmaschinen, aber: habe die Suchmaschinen beim Schreiben im Hinterkopf.

Das Wichtigste zum Schluss

Dieser Beitrag möchte Dir einen Überblick über die verschiedenen Aspekte des Bloggens aufzeigen. Aber jetzt bist Du dran: Fang an! :)

Falls Du noch keine Domain hast, mach Dir erstmal in Ruhe Gedanken über eine passende Domain. Buche die Dir z.B. bei einem der o.g. Hostern und fang z.B. an, Dich in WordPress zurecht zu finden. Und dann ist es bald soweit und Du kannst zum ersten Mal auf den Button klicken:

Hat Dir der Beitrag geholfen, um ins Bloggen einzusteigen? Ich freue mich über Deinen Kommentar und helfe Dir gern weiter, wenn Du Fragen hast!

(Zur Info: diesen Blogbeitrag habe ich für meinen Kurs im Rahmen der VHS Köln / #KölnDigital2019 im November 2019 erstellt.)

Hier meine Vortragsfolien als PDF zum Gratisdownload:

vortragsfolien-bloggen-vhs-koeln-1911.pdf (88 Downloads)
Porträtfoto Grafikdesigner und Webdesigner Karsten Geisler

Karsten Geisler

Grafik-/Webdesigner, InDesign-Freak, WordPress-Enthusiast, Fachbuchautor, Dozent und Software-Coach aus Köln. Hier, auf meinem Blog, schreibe ich über das, was mich im beruflichen Alltag so umtreibt: InDesign, Illustrator und WordPress. Wenn Du eine Frage zu diesen Themen hast, versuche ich gerne, Dir weiterzuhelfen. Melde Dich einfach per Kommentar oder Social Media bei mir!

Schreibe einen Kommentar